Wer eine freistehende Badewanne plant, steht vor der Frage, wie die Armatur beschaffen sein muss. Anders als bei wandmontierten Lösungen erfordert die bodenstehende Variante präzise Überlegungen zu Höhe, Zulaufart und Befestigung. Die Montage am Boden bringt technische Anforderungen mit sich, die bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden müssen. Dieser Ratgeber erläutert, welche Maße sich bewährt haben, wie der Wasserablauf funktioniert und worauf bei der Installation zu achten ist.
Höhe der freistehenden Wannenarmatur
Die Gesamthöhe einer bodenstehenden Wannenarmatur liegt üblicherweise zwischen 95 und 115 Zentimetern. Entscheidend ist die Höhe des Auslaufs über dem Wannenrand: Dieser sollte mindestens 15, besser 20 Zentimeter betragen, damit das Wasser ohne Spritzen einfließt und die Handbrause bequem entnommen werden kann. Bei niedrigen Wannen mit einer Randhöhe um 55 Zentimeter genügt eine Armatur von 95 Zentimetern, während hohe Wannen mit 65 Zentimeter Randhöhe eine Armatur von 110 Zentimetern oder mehr erfordern. Die Proportion zwischen Wanne und Armatur sollte ausgewogen wirken: Eine zu niedrige Armatur verschwindet optisch, eine zu hohe dominiert den Raum.
Zulauf und Wasserführung
Der Zulauf erfolgt bei bodenstehenden Armaturen durch den Standfuß. Im Inneren verlaufen zwei getrennte Leitungen für Warm- und Kaltwasser, die in der Mischbatterie zusammengeführt werden. Der Auslauf kann als offener Schwallauslauf oder als geschlossener Strahl ausgeführt sein. Schwallausläufe bieten ein großzügiges Wasserbild, benötigen jedoch einen höheren Durchfluss von 20 bis 25 Litern pro Minute, um ihre Wirkung zu entfalten. Geschlossene Ausläufe kommen mit 12 bis 15 Litern pro Minute aus und eignen sich für Installationen mit begrenztem Wasserdruck.
Die Handbrause ist in der Regel über einen flexiblen Schlauch von 150 bis 180 Zentimetern Länge angeschlossen. Hochwertige Armaturen verfügen über eine integrierte Schlauchführung, die verhindert, dass der Schlauch sich verdreht oder knickt. Der Umsteller zwischen Auslauf und Handbrause sollte leichtgängig sein und in beiden Positionen sicher einrasten.
Montage am Boden
Die Befestigung erfolgt durch Verschraubung mit dem Estrich oder der Bodenplatte. Dafür ist eine Aussparung im Bodenbelag erforderlich, durch die die Anschlüsse geführt werden. Die Zuleitungen müssen bereits im Rohbau an der vorgesehenen Stelle enden, üblicherweise mit einem Abstand von 15 Zentimetern zwischen den Anschlüssen. Die genaue Position richtet sich nach dem Abstand zwischen Wannenmitte und Armatur: Bei mittig platzierten Armaturen beträgt dieser 40 bis 60 Zentimeter, bei seitlicher Anordnung entsprechend weniger.
Die Armatur wird mit einer Grundplatte verschraubt, die auf dem fertigen Bodenbelag aufliegt. Zwischen Grundplatte und Boden gehört eine Dichtung, um Feuchtigkeit fernzuhalten. Die Verbindung zu den Zuleitungen erfolgt über flexible Anschlussschläuche oder starre Rohre, je nach Bauart. Nach der Montage muss die Dichtheit geprüft werden, bevor der Bodenbelag endgültig verfugt wird.
Material und Oberfläche
Freistehende Wannenarmaturen werden aus Messing gefertigt und anschließend verchromt, gebürstet oder mit anderen Oberflächen veredelt. Chrom ist pflegeleicht und beständig, gebürstetes Nickel oder Bronze passen zu klassischen Interieurs. Die Wandstärke des Messings sollte ausreichend sein, um Stabilität zu gewährleisten: Hochwertige Armaturen wiegen zwischen 8 und 12 Kilogramm. Leichte Ausführungen unter 6 Kilogramm deuten auf dünnwandiges Material hin, das anfälliger für Verformung ist.
Die Oberfläche muss gegen Kalkablagerungen und Reinigungsmittel beständig sein. Galvanisch aufgebrachte Beschichtungen halten länger als lackierte Oberflächen. Bei matten Oberflächen wie gebürstetem Nickel sind Wasserflecken weniger sichtbar als bei Hochglanzchrom.
Technische Anforderungen an die Installation
Der Wasserdruck sollte mindestens 2 bar betragen, damit die Armatur ihre volle Funktion entfaltet. Bei Schwallausläufen sind 3 bar empfehlenswert. Die Durchflussmenge hängt vom Leitungsquerschnitt ab: Für eine freistehende Armatur sollten die Zuleitungen einen Durchmesser von mindestens 15 Millimetern haben. Engere Leitungen drosseln den Durchfluss und verlängern die Füllzeit der Wanne erheblich.
Die Warmwasserzuleitung muss isoliert sein, um Wärmeverluste zu vermeiden und das Risiko von Kondenswasser am Standfuß zu reduzieren. Bei Fußbodenheizung ist ein Abstand von mindestens 10 Zentimetern zwischen Heizschleifen und Zuleitungen einzuhalten, damit die Kunststoffschläuche nicht überhitzt werden.
| Merkmal | Richtwert |
|---|---|
| Gesamthöhe Armatur | 95 bis 115 cm |
| Höhe Auslauf über Wannenrand | 15 bis 20 cm |
| Abstand Anschlüsse | 15 cm |
| Länge Handbrauseschlauch | 150 bis 180 cm |
| Durchfluss Schwallauslauf | 20 bis 25 l/min |
| Durchfluss geschlossener Auslauf | 12 bis 15 l/min |
| Mindest-Wasserdruck | 2 bar |
| Leitungsdurchmesser | 15 mm oder mehr |
Planung und Vorbereitung
Vor der Bestellung sollten folgende Punkte geklärt sein:
- Höhe des Wannenrands und daraus resultierende erforderliche Armaturhöhe
- Position der Armatur relativ zur Wanne: mittig, seitlich oder am Fußende
- Verfügbarer Wasserdruck und Durchflussmenge im Gebäude
- Art des Bodenbelags und Möglichkeit zur Aussparung für Anschlüsse
- Gewünschte Oberfläche passend zu anderen Armaturen und Accessoires im Bad
- Länge der Anschlussschläuche abhängig von der Tiefe der Zuleitungen im Boden
Eine Schablone der Grundplatte hilft, die exakte Position zu markieren und die Aussparung im Bodenbelag präzise auszuführen. Die Zuleitungen sollten so enden, dass sie nach Montage der Armatur vollständig verdeckt sind, aber dennoch zugänglich bleiben, falls später ein Austausch von Dichtungen erforderlich wird.
Passende Stücke finden Sie unter Wannen- & Duscharmaturen und Badewannen.
Häufige Fragen
Kann eine freistehende Wannenarmatur nachträglich installiert werden?
Eine nachträgliche Installation ist möglich, erfordert jedoch Zugang zu den Wasserleitungen unter dem Boden. Der Bodenbelag muss an der vorgesehenen Stelle geöffnet werden, um die Zuleitungen zu verlegen. In Bestandsbauten mit Estrich und Fliesen bedeutet dies einen erheblichen Aufwand. Einfacher ist die Nachrüstung bei schwimmend verlegten Böden oder wenn ein Installationsschacht zugänglich ist. Die Planung sollte ein Fachbetrieb übernehmen, der die Machbarkeit vor Ort prüft.
Welcher Abstand zwischen Wanne und Armatur ist sinnvoll?
Bei mittiger Anordnung hat sich ein Abstand von 40 bis 60 Zentimetern zwischen Wannenmitte und Armatur bewährt. So bleibt die Armatur gut erreichbar, ohne beim Baden zu stören. Bei seitlicher Platzierung sollte die Armatur mindestens 20 Zentimeter vom Wannenrand entfernt stehen, damit die Handbrause bequem entnommen werden kann. Zu große Abstände erschweren die Bedienung und verlängern den Schlauch unnötig.
Wie wird die Armatur gegen Verrutschen gesichert?
Die Grundplatte wird mit Schrauben oder Gewindestangen im Estrich verankert. Zusätzlich sorgt das Gewicht der Armatur und die starre Verbindung zu den Zuleitungen für Stabilität. Bei schweren Armaturen über 10 Kilogramm genügt meist die Verschraubung der Grundplatte. Leichtere Modelle sollten zusätzlich durch die Anschlussschläuche fixiert werden, damit sie nicht kippen können. Eine fachgerechte Montage durch einen Installateur ist in jedem Fall empfehlenswert.
Welche Wartung benötigt eine bodenstehende Wannenarmatur?
Die Oberfläche sollte regelmäßig mit einem weichen Tuch und mildem Reiniger gepflegt werden, um Kalkablagerungen zu vermeiden. Die Mischdüse im Auslauf kann bei Bedarf abgeschraubt und entkalkt werden. Dichtungen und Keramikkartusche haben eine Lebensdauer von mehreren Jahren, sollten aber bei nachlassender Dichtheit oder schwergängiger Bedienung erneuert werden. Der Handbrauseschlauch ist auf Knicke und Risse zu prüfen und bei Beschädigung auszutauschen.
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